Exkurs: Spiel Digitalo

Digitalo - ein Kartenspiel

Digitalo ist ein freies Strategie-Kartenspiel, welches die Konzepte der digitalen Logik voraussetzt und nutzt. Ziel des Spiels ist die Erstellung einer logisch korrekten Pyramide mit Gatter-Karten.
Die Karten zum selbst ausdrucken gibt es hier: Digitalo Karten . Alternativ kannst du die Karten bei Spielehersteller für wenige Euros professionell drucken lassen.

Spielvorbereitung

Zunächst setzen sich zwei Spieler gegenüber an einen Tisch. Die Startkarten (Binärkarten mit einer „1“ und einer „0“) werden gemischt und in einer Reihe ausgelegt, so dass zufällig eine 1 oder 0 einem Spieler zugewandt sind (s. Abbildung). Die Anzahl kann dabei variiert werden. Für das erste Spiel empfiehlt sich eine niedrige Anzahl, z.B. 4 Karten .

Vorbereitung[1]

Die Gatterkarten (= restliche Spielkarten) enthalten alle Gatter als Logikbaustein, die du in den vorherigen Kapiteln kennen gelernt hast. Dir fällt sicherlich auf, dass jeweils die beiden Eingänge unten sind und der Ausgang oben. Des Weiteren siehst du, dass alle Gatter, die den Ausgang „1“ haben, grün sind; alle Gatter, die den Ausgang „0“ haben, rot sind. Die NOT-Gatter spielen eine besondere Rolle und werden später erklärt. Für die erste Spielrunde werden sie noch nicht benötigt.

Runde 1: Die Gatterkarten werden gemischt und jeder Spieler zieht verdeckt 4 Handkarten. Dies sind seine Startkarten. Die restlichen Gatterkarten bilden verdeckt den Nachziehstapel.

Ziel des Spiels...

... ist nach den Regeln der digitalen Logik die Gatterkarten so in seinem Ablegefeld anzulegen, dass man als erster eine „Pyramide“ aufgebaut hat.

Spielziel[2]

Hier hat Spieler 1 eine mögliche, gültige Pyramide gelegt.

Spielablauf

Der jüngste Spieler beginnt (oder mit Schnick-Schnack-Schnuck...). Die Spieler spielen im Wechsel: Zuerst versucht man eine der 4 Karten passend in sein Ablegefeld anzulegen. Kann man keine Karte gültig anlegen, so muss man eine Karte offen auf einen Ablagestapel abwerfen. Gültig heißt, dass die abgelegte Gatterkarte nur so angelegt werden kann, dass die beiden Eingängen zu dem auf der Gatterkarte abgebildeten Ausgang passt. Dabei gelten die Regeln der digitalen Logik :-). Zum Abschluss seines Zuges zieht man eine Karte vom Nachziehstapel (man hat damit wieder 4 Handkarten).

Machen wir ein Beispiel und spielen mit offenen Karten: Spieler 1 ist an der Reihe (s. Abbildung).

Spielsituation1[3]

Er hat für seine Pyramide 6 Anlegemöglichkeiten bei 4 Binärkarten. Da man Pyramiden - ebenso wie Häuser - von unten nach oben, oder hier von rechts nach links (beginnend an den Binärkarten) baut, kann Spieler 1 zur Zeit nur an die Positionen 1-3 eine Gatterkarte anlegen.
Möglich wäre z.B. das ODER-Gatter mit Ausgang 1 (oberste Handkarte) an die Positionen 1-3 zu legen, da

gilt.
Möglich wäre auch das NAND-Gatter mit Ausgang 1 (dritte Handkarte von oben) an die Positionen 2 oder 3 zu legen, da gilt. Das UND-Gatter mit Ausgang 0 (unterste Handkarte) kann bspw. auf Position 2 oder 3 gelegt werden, nicht jedoch auf Position 1!

Aufgabe des Gegenspielers ist natürlich zu überwachen, ob Spieler 1 richtig seine Gatterkarten anlegt. Kann man keine Karte gültig anlegen, so muss man eine Karte offen auf einen Ablagestapel abwerfen. Es kann also durchaus passieren, dass ein Spieler mehr Gatterkarten ausgelegt hat als der andere.
Sind die Positionen 1 und 2 belegt, so könnte Spieler 1 auch auf Position 4 legen; sind die Positionen 2 und 3 belegt, so könnte Spieler 1 auch auf Position 5 legen; sind die Positionen 1-5 belegt, so kann Spieler 1 mit dem Legen einer gültigen Gatterkarte auf Position 6 das Spiel beenden und gewinnt. :-)
Ist der Nachziehstapel leer, wird der Ablagestapel gemischt und als neuer Nachziehstapel genutzt. Du siehst man hat meistens viele Möglichkeiten eine passende Gatterkarte zu legen - meistens...

Sollte ein Spieler seine Pyramide fertig haben, wird aus Fairness Gründen die Runde immer zu Ende gespielt. So haben beide Spieler immer gleich viele Züge.

Das nachfolgende Beispiel zeigt eine gültige Spielsituation für Spieler 1. Dieser hat nach und nach 4 passende Gatterkarten angelegt.
Spieler 2 hingegen hat mehrfach falsch angelegt:
Das UND-Gatter ist ungültig, da 0 ∧ 0 = 0 und nicht 1 ergibt. Er bräuchte hier z.B. ein UND-Gatter mit Ausgang 0. Des Weiteren hat er zwar ein korrektes XOR-Gatter gelegt (1 ⊕ 0 = 1), jedoch nicht die Bauregeln für Pyramiden beachtet. Man müsste zunächst zwischen das UND-Gatter und dem XOR-Gatter eine passende Gatterkarte legen bevor man eine Stufe weiterbauen darf.

Spielsituation2[4]

Spielende – verschiedene Schwierigkeitsgrade

Um Digitalo interessanter zu machen gibt es hier Vorschläge für alternative Spielenden:

Das NOT-Gatter

Hat ein Spieler ein NOT-Gatter, so kann er dieses auf eine Binärkarte spielen, welche sich um 180° dreht, also 0-1 vertauscht. Entstehen so ungültige Gatterkombinationen an den Binärkarten, müssen alle ungültigen Gatterkarten beider Spieler auf den Ablagestapel! Solange eine Gatterkarte noch einen (theoretisch) gültigen Eingang hat wird sie und alle folgenden Karten inaktiv, dh. es ist kein weiteres Anlegen möglich, solange nicht alle Eingänge wieder besetzt sind.
Hat der Gegenspieler auch ein NOT-Gatter, so kann er direkt kontern ohne dass sich etwas ändert, denn die zweifache Negierung hebt sich auf.

Betrachten wir wieder ein Beispiel:

NOT1[7]
Spieler 2 ist an der Reihe und möchte ein NOT-Gatter auf eine der Binärkarten spielen. Er hat folgende Möglichkeiten:

Du siehst, auch hier gibt es - je nach Spielsituation - viele verschiedene taktische Möglichkeiten :-)

Viel Spaß beim Spielen!

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